Fachkraft im Fahrbetrieb:

die Ausbildung am Puls der Stadt

Die Öffentlichen Verkehrsmittel (oder Öffis, wie sie auch im Volksmund genannt werden) sind für Menschen aus jeder gesellschaftlichen Schicht, in jedem Alter und jeder Lebenslage da. Die Fahrerinnen und Fahrer haben die verantwortungsvolle Aufgabe, die Bewohner/innen einer Stadt sicher und zuverlässig jeden Tag zur Arbeit, zur Schule, für Besorgungen oder Besuche, zum Arzt oder zu ihren verschiedenen Freizeitbeschäftigungen zu transportieren. Ein gut funktionierendes und öffentlich zugängliches Verkehrsangebot schafft Mobilität und sorgt dafür, dass eine Stadt und ihre Umgebung allen Menschen zugänglich ist.

Offiziell heißt der Beruf der Bus- und Bahnfahrer/innen „Fachkraft im Fahrbetrieb“ und die Ausbildung, die über drei Jahre in einem Verkehrsunternehmen stattfindet, bereitet auf alle Eventualitäten vor.

Im Übrigen unterscheiden sich die Ausbildung der S- und U-Bahn- bzw. Tramfahrer/innen und Lokführer/innen voneinander, sodass ein Umstieg vom Regional- oder Fernverkehr in den Nahverkehr (oder andersherum) von einer Umschulung begleitet sein muss.

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Ausbildung Fachkraft im Fahrbetrieb
graduation

Abschluss

Mittlerer Schulabschluss oder Abitur

Ausbildungsdauer

Perspektiven

Spezialisierung auf einzelne Bereiche der Tätigkeit,
wie z. B. Kundenservice oder Personalwirtschaft

Weiterbildung zum geprüften Fachwirt

Meistertitel “Verkehrsmeister”

Sanduhr

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Der Berufsalltag der Fachkräfte im Fahrbetrieb

Fahrer/innen öffentlicher Verkehrsmittel zeichnen sich insbesondere durch ihr hohes Verantwortungsbewusstsein und ihre Nervenstärke aus. Nicht jeder Mensch schafft es, eine vollbesetzte Straßenbahn mit zwei weinenden Kindern an Bord ruhig und konzentriert durch den Berufsverkehr zu lenken.
Außerdem beinhaltet der Beruf viel mehr als „nur“ das Führen eines Fahrzeugs: Die Fachkräfte im Fahrbetrieb in Ausbildung beschäftigen sich neben der Fahrzeugführung auch mit der Fahrzeugtechnologie und Betriebssicherheit und lernen die Arbeit im Kundenservice und in der Leitzentrale kennen, um später im Beruf vielfältig einsetzbar zu sein.

So gehören zur Kundenberatung in einem Servicezentrum z. B. Auskünfte zu Verkehrsverbindungen, Reisewegen, Tarifen und der Verkauf von Fahrausweisen. Auch Reklamations- und Beschwerdefälle werden von hier aus bearbeitet. In der Leitzentrale kümmern sich die Fachkräfte vornehmlich um die Personal- und Fahrzeugdisposition und managen Störungen im Fahr- und Betriebsdienst.

Darüber hinaus fahren die Öffentlichen Verkehrsmittel, je nach Fahrplan, auch in der Nacht oder am Wochenende, sodass Schichtdienst und Arbeiten zu ungünstigen Zeiten zur Tätigkeit dazugehören. Fachkräfte im Fahrbetrieb in Ausbildung lernen den Schichtdienst und seine Besonderheiten aber zunächst unter Betreuung kennen, damit sie erste Erfahrungen mit Unterstützung und unter Aufsicht sammeln können.

Fachkräfte im Fahrbetrieb: die Ausbildung und ihre Inhalte

Die Ausbildung zur Fachkraft im Fahrbetrieb läuft, wie üblich, über einen Zeitraum von drei Jahren. Ausbildungsorte sind die Berufsschule und ein Verkehrsunternehmen. Die Abschlussprüfung können die Azubis bei besonders guten Leistungen auch schon nach zweieinhalb Jahren absolvieren.
Darüber hinaus entscheiden sich die Azubis mit der Wahl des Unternehmens und Ausbildungsplatzes, ob sie später Busse, S- oder U-Bahnen oder eine Straßenbahn fahren.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Bewerbung der angehenden Fachkräfte im Fahrbetrieb auf eine Ausbildung sind eine gute Mittlere Reife oder ein Abitur, Zuverlässigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Kommunikationsfähigkeit, Spaß im Umgang mit Menschen, eine ausgeprägte Serviceorientierung sowie ein solides Grundverständnis für Fahrzeugtechnologie.

Je nach Orientierung des Verkehrsunternehmens und Einsatzort können Fremdsprachenkenntnisse von Vorteil sein.

Fachkräfte im Fahrbetrieb in Ausbildung befassen sich inhaltlich mit folgenden Themen:

In und um die Fahrzeuge:

  • Wartung und Pflege von Straßen- und Schienenfahrzeugen
  • Überprüfung der Betriebsbereitschaft und Betriebssicherheit

Fahrdienst:

  • Kundenbewirtschaftung
  • Einweisung in den Fahrbetrieb
  • Verkehrssicherheit auf Straße und Schiene
  • kundenfreundliches Führen der Fahrzeuge
  • Umgang mit Störungen
  • Notfallsituationen (Unfallstellen absichern etc.)

Betriebliche Abläufe:

  • Arbeitsorganisation
  • Planung und Disposition des Fahrbetriebs
  • kaufmännische Betriebsführung
  • Mitgestaltung der Betriebsabläufe und Arbeitsbedingungen
  • Qualitätsmanagement

Außerdem:

  • Marketing und Vertrieb
  • Rechtsvorschriften im Verkehr
  • Verkehrsunternehmen repräsentieren
  • Fitness im Fahrdienst
  • wirtschaftliches Handeln

Fachkräfte im Fahrbetrieb in der Ausbildung haben ebenfalls die Möglichkeit, die Zusatzqualifikation „Europaassistent/in“ zu belegen und so eine Fremdsprache zu vertiefen, mehr über europäisches Recht und Mobilität zu lernen und ein Praktikum im Ausland zu absolvieren.

Ausbildungsplätze und Stellenangebote

Ausbildungs- und Arbeitsplätze finden sich in fast allen Unternehmen des öffentlichen Nahverkehrs. Durch den aktuellen Fachkräftemangel ist die Übernahme der Fachkräfte im Fahrbetrieb nach der Ausbildung in den Betrieb sehr wahrscheinlich, aber selbstverständlich abhängig von den Kapazitäten des Unternehmens und den Leistungen der Azubis.

Nach der Ausbildung: Jobs und Karriere

Fachkräften im Fahrbetrieb, die nach Ausbildung Interesse an verschiedenen Fortbildungen haben, bieten sich verschiedene Möglichkeiten. Eine ist die Spezialisierung auf einzelne Bereiche der Tätigkeit, wie z. B. Kundenservice oder Personalwirtschaft. Ebenso lassen sich über Weiterbildungen neue Tätigkeitsfelder erschließen, um im Beruf vielfältig eingesetzt werden zu können.

Zu den längerfristigen Weiterbildungen, die oft eine gewisse Berufserfahrung voraussetzen, gehört unter anderem der geprüfte Fachwirt/ die geprüfte Fachwirtin im Personenverkehr.

Wie bei vielen gewerblichen Ausbildungsberufen gibt es auch für Fachkräfte im Fahrbetrieb die Möglichkeit, die Prüfung zum Verkehrsmeister zu absolvieren und so einen Meistertitel zu erhalten. Neben der Berechtigung, angehende Fachkräfte im Fahrbetrieb in der Ausbildung zu betreuen, bringt der Meistertitel eine Hochschulzulassung mit sich, die ein fachverwandtes Studium (z. B. den Bachelor „Verkehrsingenieurwesen“ oder Master „ÖPNV und Mobilität“) ermöglicht.

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