Berlin, 01.12.2020 – Für die Bahn ist seit vielen Jahren Priorität, dass die Energie für die Züge so nachhaltig und klimaschonend wie möglich gewonnen wird. Nichtsdestotrotz gibt es noch Regionalstrecken, auf denen noch Dieselloks im Einsatz sind. Hier ist es oft nicht möglich oder nicht zu rechtfertigen, die gesamte Bahntrasse mit Strom zu auszustatten.

Daher hat die Deutsche Bahn nun gemeinsam mit Siemens Mobility ein vom Bund gefördertes Gemeinschaftsprojekt „H2goesRail“ ins Leben gerufen, welches Wasserstoff als klimafreundlichen Antriebsstoff erprobt.

Diese Züge könnten dann im Regionalverkehr anstelle der Dieselloks eingesetzt werden.
Gebaut wird der Zug von Siemens. Das Modell läuft unter dem Namen „Mireo Plus H“, hat eine Reichweite von etwa 600 Kilometern pro Tankfüllung und kann eine Spitzengeschwindigkeit von 160 km/h erreichen.
Das Betanken dauert etwa 15 Minuten, daher ist der Zug auch für eine dichtere Taktung im Regionalverkehr geeignet.

Testfahrten auf freier Strecke

Das Gesamtsystem einschließlich Zug, neukonzipierter Tankstelle und Wartungshalle wird derzeit vorbereitet und im Jahr 2024 im Regionalverkehr in Tübingen erprobt. Die Wasserstofftankstelle wird laut Planung mit ökologisch erzeugtem Strom betrieben.
Im Laufe des einjährigen Probebetriebes werden in Tübingen etwa 120.000 km Strecke in der üblichen Taktung des Regionalverkehrs gefahren. Tübingen ist aufgrund der abwechslungsreichen Topografie für die Erprobung des Wasserstoffzuges ausgesucht worden. Insgesamt werden im Laufe des Jahres voraussichtlich 330 Tonnen CO2 eingespart.

Zur Instanthaltung des Zuges wird das Werk in Ulm entsprechend umgerüstet und die dort angestellten Servicetechniker und Fachkräfte geschult. Ebenso werden die Triebfahrzeugführer und –führerinnen entsprechend auf ihren Einsatz vorbereitet.