Quereinstieg Lokführer

Bahnunternehmen suchen Quereinsteiger: Lokführer werden und Neuanfang wagen!

Das müssen Sie zur Umschulung zum Lokführer wissen

In ganz Deutschland suchen Eisenbahnverkehrsunternehmen händeringend Lokführer. Die Nachfrage nach Fahrpersonal übersteigt das Angebot an qualifizierten Fachkräften, die eine Ausbildung als Eisenbahner im Betriebsdienst abgeschlossen haben. Somit müssen neue Berufs- und Zielgruppen angesprochen werden, die als Quereinsteiger Lokführer werden. In einer Umschulung erwerben die Interessenten alle nötigen theoretischen und praktischen Kenntnisse, um schon bald auf den Schienen Deutschlands unterwegs zu sein.

Jedes Verkehrsunternehmen stellt ganz eigene Anforderungen an die potenziellen Quereinsteiger zum Lokführer bzw. Triebfahrzeugführer, wie der Beruf auch genannt wird. Wir haben das Wichtigste zu den Ausbildungsinhalten und Anforderungen zusammengestellt und verraten Ihnen, bei welchen Verkehrsunternehmen Sie Ihre Umschulung zum Lokführer starten können!

Warum Sie sich zum Lokführer umschulen lassen sollten? Wir haben drei gute Gründe für Sie:

  • Sicherer Arbeitsplatz: Die Umschulung zum Lokführer garantiert Ihnen einen sicheren Arbeitsplatz in teilweise unbefristeter Festanstellung, denn die Unternehmen sind daran interessiert, die ausgebildeten Quereinsteiger bei sich zu behalten. Aufgrund des akuten Fachkräftemangels stehen die Chancen gut, langfristig als Triebfahrzeugführer zu arbeiten.

  • Bezahlung gewährleistet: In der Regel werden die Kosten für den Quereinstieg zum Lokführer, wie bei einer Berufsausbildung, von den Verkehrsunternehmen übernommen. Das Gehalt während der Ausbildung ist etwas geringer als der zukünftige Verdienst als ausgebildeter Lokführer.

  • Gute Aussichten: Nach der Ausbildung profitieren Sie mit einem Job in der Schienenbranche von attraktiven Benefits: tarifvertragliche Regelungen, familienfreundliche Arbeitszeiten und vielfältige Weiterbildungsmöglichkeiten. Auch das Finanzielle darf nicht vergessen werden: Nach Angaben des Handelsblattes beträgt das durchschnittliche Gehalt als Lokführer zwischen 38.000 Euro und 45.000 Euro brutto im Jahr.

Das erwartet Sie bei einem Quereinstieg zum Lokführer

Generell bedeutet ein Quereinstieg den Wechsel aus einer Branche in ein neues Betätigungsfeld, ohne die für diesen Beruf „klassische“ Ausbildung absolviert zu haben. Da für den Beruf des Triebfahrzeugführers einige spezielle Kenntnisse und Fähigkeiten benötigt werden, durchlaufen Sie eine verkürzte Ausbildung bzw. Weiterbildung, um sich letztendlich „Eisenbahner im Betriebsdienst“ nennen zu dürfen. In der Ausbildung lernen Sie, wie Züge gesteuert, Signale korrekt gelesen und Gefahrensituationen erkannt werden. Darüber hinaus gehören zu den Ausbildungsinhalten bei einem Lokführer-Quereinstieg allgemeine Kenntnisse zum Bahnbetrieb sowie Fachwissen zur Fahrzeug-, Brems- und Zugsicherungstechnik. Am Ende legen Sie eine Abschlussprüfung ab, um den vom Eisenbahn-Bundesamt ausgestellten EU-Triebfahrzeugführerschein zu erhalten.

Plötzlich Lokführer, Folge 1. Allianz pro Schiene

Plötzlich Lokführer: André Kleinbölting hat den Quereinstieg gewagt

Aber wie läuft eine Umschulung zum Lokführer genau ab? Das zeigt das Beispiel von André Kleinbölting, der sich seinen Kindheitstraum erfüllt und „plötzlich Lokführer“ geworden ist. Die Allianz pro Schiene hat den ehemaligen LKW-Fahrer bei seinem Berufseinstieg begleitet und berichtet in sieben Folgen von seiner Ausbildung in der Akademie der SBB Cargo International in Köln. Los geht es beim Unterschreiben des Ausbildungsvertrags, danach folgen die ersten Theorie- und Praxisstunden, bis er letztendlich den Triebfahrzeugführerschein in der Hand hält und Güterzüge der SBB Cargo durch Deutschland steuert.

Hier finden Sie die erste Folge der Reihe „Plötzlich Lokführer“.

Voraussetzungen für einen Quereinstieg zum Lokführer

Für die Umschulung zum Lokführer sind gute Deutschkenntnisse Pflicht – von Nichtmuttersprachlern wird häufig mindestens das Niveau C1 gefordert. Als Bewerber sollten Sie die mittlere Reife, zumindest aber einen qualifizierten Hauptschulabschluss sowie gute Noten in Deutsch und Mathematik vorweisen können. Darüber hinaus ist es auch von Vorteil, wenn man bereits eine Berufsausbildung im technischen oder gewerblichen Bereich abgeschlossen hat. Einige Bahnunternehmen wünschen sich, dass Sie über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder ähnliche Förderungen verfügen, da durch diese die Umschulung mitfinanziert werden kann.

Gut zu wissen: Das Alter spielt gewöhnlich keine Rolle! Auch ältere Personen können sich zum Triebfahrzeugführer umschulen lassen.

Die charakterliche Eignung für einen erfolgreichen (Quer-)Einstieg in den Lokführer-Beruf sollte nicht unterschätzt werden! Sie sollten psychisch und physisch gesund und belastbar sein sowie bereit sein, in Schichten und auch am Wochenende zu arbeiten. Das Berufsprofil zum Lokführer-Job informiert Sie über weitere Voraussetzungen.

Ausbildung oder Quereinstieg?

Natürlich ist es auch möglich, eine dreijährige Ausbildung zum Lokführer zu beginnen, die sich offiziell „Eisenbahner im Betriebsdienst der Fachrichtung Lokführer und Transport“ nennt. Diese richtet sich an Schulabgänger und Berufseinsteiger, die noch keine abgeschlossene Berufsausbildung besitzen. Im Gegensatz dazu ist die Lokführer Umschulung dann geeignet, wenn man in der Vergangenheit schon eine Ausbildung abgeschlossen hat.

Quereinstieg zum Lokführer - Deutsche Bahn AG / Oliver Lauer

Wie finde ich ein Umschulungsangebot in meiner Nähe?

Die Mehrheit der Bahnunternehmen bietet einen Quereinstieg zum Lokführer an. Was die Suche schwierig gestaltet ist die Tatsache, dass es keine einheitliche Bezeichnung für die Umschulung gibt. So ist in den Stellenanzeigen der Deutschen Bahn zum Beispiel von einem „Quereinstieg Triebfahrzeugführer“ die Rede, während die ODEG von der „Qualifizierung zum Triebfahrzeugführer“ spricht.

Der Quereinstieg zum Lokführer ist zum Beispiel bei den folgenden vier Unternehmen möglich:

Deutsche Bahn

Deutsche Bahn AG:

Über 200.000 Mitarbeiter zählt der DB-Konzern in Deutschland, was ihn nicht nur zu einem der größten Arbeitgeber in der Bahnbranche, sondern ganz Deutschlands macht. Die Deutsche Bahn sucht bundesweit Bewerber, die sich zum Lokführer umschulen lassen wollen.

Mit einer abgeschlossenen gewerblich-technischen Ausbildung (z. B. Elektriker, Mechatroniker, Schlosser, aber auch Verkäufer und Kassierer) und Technikverständnis erfüllen Sie die wichtigsten Voraussetzungen für den Lokführer-Quereinstieg. Die Umschulung dauert 6 bis 18 Monate und wird vergütet. Nach bestandener Abschlussprüfung lockt ein unbefristeter Arbeitsvertrag. Mehr dazu lesen Sie auf der Website der Deutschen Bahn.

ODEG

ODEG (Ostdeutsche Eisenbahn GmbH):  

Bei der Ostdeutschen Eisenbahn GmbH, kurz ODEG, führen im Rahmen des Quereinstiegs insgesamt 13 Module zum Triebfahrzeugführer. In das Qualifizierungsprogramm werden nur Bewerber aufgenommen, die mindestens 19 Jahre alt sind und eine psychologische und arbeitsmedizinische Eingangsuntersuchung bestanden haben.

Insgesamt dauert der Quereinstieg zum Lokführer bei der ODEG elf Monate. Die theoretische Ausbildung findet in Berlin statt, die Fahrpraxis kann, je nach Wohnsitz der Teilnehmer, an einem anderen Ort im Verkehrsnetz des Eisenbahnunternehmens eingeholt werden. Die Ausbildungen finden mehrmals pro Jahr statt. Auch die persönliche Betreuung ist garantiert, denn die Ausbildungsklassen bestehen aus nur etwa 15 Teilnehmern.

Die ODEG ist ein Tochterunternehmen der NETINERA-Gruppe. Auch die anderen Tochtergesellschaften bieten Weiterbildungen zum Lokführer an. Auf dieser Karte finden Sie die jeweiligen Unternehmen aus Ihrer Region.

Transdev

Transdev GmbH:

Transdev ist einer der größten privaten Nahverkehrsanbieter und verfügt über mehrere regionale Streckennetze: im Ruhrgebiet, Rhein-Main-Gebiet, Sachsen, Südbayern sowie rund um Hannover, Bremen und Stuttgart.

Zum Konzern gehören mehrere Tochterunternehmen, im Bahnbereich u. a. die Nord-Ostsee-Bahn oder Bayerische Regiobahn. Bei diesen ist der Quereinstieg in den Lokführer-Beruf generell ohne Probleme möglich. Triebfahrzeugführer wird man bei Transdev in neun Monaten. Für weitere Informationen wenden Sie sich am besten an das jeweilige Tochterunternehmen aus Ihrer Region.

AVG Logo

Albtal-Verkehrs-Gesellschaft mbH (AVG):

Das Streckennetz der Albtal-Verkehrsgesellschaft, das knapp 300 km beträgt, liegt im Raum Karlsruhe. Neben der Karlsruher Stadtbahn und mehrere Omnibuslinien in der Region betreibt das Unternehmen u. a. mit der Albtalbahn, Murgtalbahn oder Kraichtalbahn auch eigene Strecken.

Der Quereinstieg zum Lokführer erfolgt bei der AVG im Rahmen der Weiterbildung „Qualifizierung zum Triebfahrzeugführer“. Das Unternehmen lädt zum Bewerberabend ein, bei dem sich Interessierte alle Informationen zum Beruf und der Ausbildung einholen können. Die Weiterbildung mit den theoretischen und praktischen Inhalten findet an den Standorten Ettlingen und Karlsruhe statt. Voraussetzung für einen Lokführer-Quereinstieg ist bei der AVG ein Mindestalter von 20 Jahren. Die Karriere-Seite der Albtal-Verkehrsgesellschaft liefert weitere Informationen.

Weitere Unternehmen mit Qualifizierungsangeboten

Neben den vier oben vorgestellten Bahnbetrieben ermöglichen auch weitere kleinere, regionale Verkehrsbetriebe den Quereinstieg in den Lokführer-Beruf. SchienenJobs listet alle aktuellen Stellen- und Ausbildungsangebote aus der Bahnbranche auf.

Unsere Empfehlung: Geben Sie in die Suchmaske auf SchienenJobs Ihren gewünschten Einsatzort, z. B. Stadt, Landkreis oder Bundesland ein und suchen Sie im Feld „Beruf“ nach Schlagwörtern wie „Quereinstieg“, „Quereinsteiger“, „Lokführer“ oder „Qualifizierung“. Gleichzeitig können Sie so die Bahnunternehmen in Ihrer Nähe identifizieren und diese direkt kontaktieren, um genaue Informationen zu der Weiterbildung zu erhalten.

Slider: Deutsche Bahn AG, Pablo Castagnola
Fotos: Allianz pro Schiene; Deutsche Bahn AG, Oliver Lauer

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