Nach drei Wochen mit intensiven Tarifverhandlungen zwischen dem Deutsche Bahn Konzern und der EVG (Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft) ist nun ein Verhandlungspaket geschnürt, das von beiden Seiten geprüft wird.
Insbesondere wird auf die Zustimmung verschiedener Gremien der EVG gewartet, welche das Paket im Laufe der Woche prüfen wollen. Darüber hinaus klärt die EVG intern noch weitere Themen.
Ursprünglich sollten die Tarifverhandlungen erst im März 2021 stattfinden, sie sind aber wegen der besonderen Umstände vorgezogen worden. Ziel ist, die Schäden der der Corona-Krise gemeinsam zu bewältigen, das Unternehmen wirtschaftlich zu stabilisieren und gleichzeitig die Mitarbeitenden vor Lohnkürzungen und betriebsbedingten Entlassungen zu schützen.
Das sogenannte Corona-Paket hat eine Laufzeit bis Ende Februar 2023.

Was können sich die Arbeitnehmer erhoffen?

Die EVG hat auf einem Flugblatt die wichtigsten Aspekte ihrer Forderungen zusammengefasst.

Der Fokus liegt insbesondere auf der der Anpassung der Löhne an die Inflation ab Januar 2022. Diese Lohnerhöhung wird im Bereich von 0,5 und 1,5 Prozent liegen und sich an der Inflationsrate des Jahres 2021 orientieren.
Eine weitere Priorität der Verhandlungen war der Schutz der Mitarbeitenden vor coronabedingten Entlassungen, dazu gehören langjährige Mitarbeitende ebenso wie Neuzugänge des Unternehmens. Ebenso möchte die Deutsche Bahn ihre Einstellungsoffensive über die kommenden Jahre wie geplant fortführen.
Zu den pandemiebedingten Verhandlungspunkten gehören ebenfalls Regelungen für die Betreuung von Kindern oder die Pflege älterer Angehöriger, welche für die Mitarbeitenden vereinfacht werden sollen.
Neu auf der Liste der Forderungen ist eine finanzielle Anerkennung für wissensvermittelnden Instanzen innerhalb eines Betriebes oder Unternehmens. Hierzu gehören z. B. Ausbilder oder Mitarbeitende, die für die Einarbeitung neuer Kolleginnen und Kollegen verantwortlich sind.
Zuletzt war die Themen der Mobilität und des berufsnahen Wohnens Gegenstand der Verhandlungen. Mitarbeitende sollen durch einen Fond in ihrer beruflichen Mobilität sowie bei der Wohnortsuche unterstützt werden.
Ebenfalls Teil der aktuellen Verhandlungen sind die seit dem Jahresbeginn andauernden Tarifverhandlungen über das Gehalt der Busgesellschaft (hier geht es um eine Lohnerhöhung von 2,6 Prozent), wie auch eine Verbesserung der Lohnstruktur bei der DB Sicherheit und DB Service.