Nach der weitläufigen Unterstützung des Luftverkehrs bekommt nun die Schiene ebenfalls die verdiente Unterstützung von politischer Seite zugesprochen, um diese schwierigen Zeiten zu überstehen.  Dies gilt insbesondere für die Beschäftigten, die mit großer Verantwortung und persönlichem Einsatz die systemrelvanten Transporte von Menschen und Gütern möglich gemacht haben. Damit sie nicht durch die wirtschaftlichen Folgen der Krise, die auch von der Bahnbranche nicht halt machen wird, so wenig wie möglich getroffen werden, sind nun erste Beschlüsse gefasst worden.Dafür haben sich das Verkehrsministerium, die Deutsche Bahn AG, die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) sowie der Konzernbetriebsrat der DB auf ein „Bündnis für die Bahn“ geeinigt.

Folgende Ziele sind hier festgehalten:

  • keinen Stellenabbau bei der Deutschen Bahn
  • geplante Einstellungen werden fortgeführt
  • vorgesehene Investitionen in die Infrastruktur werden umgesetzt

Damit wird nicht nur die Stabilität des Bahnverkehrs für den Güter- und Personentransport während und nach Corona-Krise sichergestellt, sondern auch das Personal entlastet und langfristige strukturelle Folgeschäden verhindert. Die schriftliche und unterzeichnete Ausführung des Bündnisses ist hier einzusehen.

Bei dem Wunsch nach beruflicher Veränderung oder Neuorientierung ist die Bahnbranche auch in Krisenzeiten eine gute Wahl.

Stimmen aus den Gewerkschaften

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (kurz EVG), Partnerin von SchienenJobs, nennt das Bündnis ein „Bündnis der Vernunft“. Gemeinsam mit dem Bund, der DB AG und dem Konzernbetriebsrat sollen die Folgen der Corona-Krise abgefedert und so die Zukunft der Bahn-Unternehmen und ihrer Arbeitnehmer/innen sichern. Ebenfalls nicht zu unterschätzen sind Auswirkungen auf die Verkehrswende und Klimawandel: über die Schiene können Personen wie Güter umweltfreundlicher transportiert werden als über die Straße.

Darüber hinaus sprach sich Klaus-Dieter Hommel, Stellvertretender Vorsitzender der EVG, ein Ende der Diskussionen über eine Trennung von Netz und Betrieb aus und wünscht sich eine endgültige Anerkennung des integrierten Schienensystems mit einem integrierten Konzern.

Dagegen ist die Lokführergewerkschaft GDL noch nicht überzeugt von den Beschlüssen des Bündnisses. Claus Wesselsky, Chef der GDL, befürchtet, dass die finanziellen Einbrüche auf die Angestellten im täglichen Betrieb über längere Arbeitszeiten abgewälzt werden und so eine Beschäftigungssicherung zu Lasten aller Angestellten getragen wird. Außerdem seien die Auflagen des Bündnisses für viele kleinere EVUs nur unter Schwierigkeiten umzusetzen.