Modellbahnanlage ELVA der RWTH Aachen neu eröffnet

Was die Modernisierung für die Ausbildung in der Bahnbranche bedeutet

Die Sicherung von Fahrwegen und Stellwerken ist für den Schienenverkehr absolut grundlegend. Gut, dass die Eisenbahnsicherungstechnik ein Themenschwerpunkt am Lehrstuhl für Schienenbahnwesen und Verkehrswirtschaft der RWTH Aachen ist.

Bereits seit den 1960er Jahren betreibt der Lehrstuhl ein Eisenbahnbetriebsfeld, die sogenannte Eisenbahntechnische Lehr- und Versuchsanlage – kurz: ELVA. Diese beinhaltet eine Modellbahnanlage, deren Zweck es ist, den Eisenbahnbetrieb und die Eisenbahnsicherungstechnik so realitätsnah wie möglich zu simulieren. Nun ist diese Bahnanlage rundum erneuert und modernisiert worden.

Modernisierungen der Modellbahnanlage

Die Planungen für die Modernisierungen begannen bereits Ende 2013 unter Lehrstuhlinhaber Prof. Nils Nießen. In den darauffolgenden Jahren wurde die Anlage abgebaut und als modernisierte Variante wieder neu aufgebaut. Dabei wurden insgesamt 1.200 Meter Gleis verlegt, was bei dem gewählten Längenmaßstab von 1:200 einem Streckennetz von 100 Kilometern entspricht.

Wesentlich ist bei der Modellbahnanlage auch die Anbindung an die Stellwerke. Im Eisenbahnbetriebslabor der RWTH Aachen befinden sich gleich mehrere Originalstellwerke, die in dieser Form auch bei verschiedenen Infrastrukturunternehmen aus der Schienenbranche zum Einsatz kommen. Nun sind unter anderem ein neues elektronisches Stellwerk sowie eine zweigleisige Neubaustrecke dazugekommen, auf der zum Teil auch ein Hochgeschwindigkeitsverkehr mit Geschwindigkeiten ab 250 Kilometern pro Stunde (km/h) möglich ist. Zudem wurden hier zwei Überleitstellen eingerichtet, sodass die Züge auch im Gleiswechselbetrieb fahren können.

Klar ist, dass die Modernisierungsmaßnahmen ein Studium im schienentechnischen Bereich an der RWTH Aachen noch einmal attraktiver machen – schließlich können die Studenten und wissenschaftlichen Mitarbeiter ihr Praxiswissen nun an einer Modellbahnanlage testen, die dem aktuellen technischen Stand entspricht. Ein weiteres Plus der Wiedereröffnung: Die Anlage ist nun auch für Forschungsprojekte nutzbar. Zurzeit wird die ELVA zum Beispiel im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projektes „Integrierte Disposition im Eisenbahnbetrieb“ genutzt, bei dem Algorithmen zur automatischen Disposition von Zugfahrten getestet werden. Darüber hinaus ist vorstellbar, dass in der Zukunft viele weitere interessante Forschungsprojekte, zum Beispiel zum fahrerlosen Fahren, mithilfe der ELVA durchgeführt werden.

Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten an der RWTH Aachen

Die RWTH Aachen ist eine der größten Universitäten in Deutschland für technische Studiengänge und zeichnet sich durch seine hohe Anwendungsorientiertheit aus – wie auch jetzt am Beispiel der ELVA zu sehen ist. Dabei gehört der Lehrstuhl für Schienenbahnwesen und Verkehrswirtschaft zur Fakultät für Bauingenieurwesen. Konkret bedeutet dies, dass die Studiengänge Bauingenieurwesen, Verkehrsingenieurwesen und Mobilität sowie Wirtschaftsingenieurwesen mit der Fachrichtung Bauingenieurwesen mit dem Lehrstuhl integriert sind.

Aber so interessant das Studium auch ist – wie sehen die Karrierechancen aus? Das Bauwesen und die technischen Berufe, z. B. Ingenieure, gehören seit Jahren zu den Berufsgruppen, die auf dem Stellenmarkt am meisten nachgefragt werden. Demnach sind die Perspektiven nach dem Studienabschluss äußerst gut. Insbesondere in der Bahnbranche sind zurzeit, und so wie es aussieht auch in Zukunft, viele Stellen zu besetzen.

Tipp: Duales Studium bei der Bahn – Studium und Ausbildung in einem

Für diejenigen, die es gerne noch praxisorientierter hätten, bietet sich ein duales Studium an. Hier wird das theoretische Wissen direkt in der Praxis angewandt. Das Besondere dabei ist, dass die Studierenden dabei sowohl einen Universitätsabschluss (z. B. Bachelor of Engineering) erhalten als auch schon im Studium Geld verdienen.

Auch duale Studienmöglichkeiten sind in der Bahnbranche reichlich vorhanden! Geben Sie in der Online-Jobbbörse von SchienenJobs dabei in das Suchfeld einfach das Stichwort „dual“ ein und sie erhalten direkt alle Angebote. Sicherlich findet sich auch in Ihrer Region eine passende Ausbildungsmöglichkeit.

Den vollständigen Artikel finden Sie im Magazin „Deine Bahn“, 47. Jahrgang, März 2019, Seite 52–54.

Bildquelle: RWTH Aachen

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