Wagenmeister: Jobs für Menschen,
die mit allen Sinnen arbeiten

Sicherheit wird im Schienenverkehr großgeschrieben, damit Menschen wie Güter unbeschadet ihr Ziel erreichen. Eine wichtige Maßnahme, um Unfälle vorzubeugen, ist regelmäßigen Überprüfung der Waggons. Die Kupplungen und Bremsen werden z. B. mit jeder Neubeladung eines Güterzuges auf ihre Funktionalität getestet. Diese Aufgabe obliegt den Wagenmeisterinnen und Wagenmeistern, deren Job sich mit der Mechanik und Technik der verschiedenen Züge auseinandersetzt und sie auf Schäden und Verschleißerscheinungen überprüft. Heutzutage gehören zur Tätigkeit der Wagenmeister auch oft die Aufgaben der Rangierbegleiter.

Die Wagenmeisterinnen und Wagenmeister erledigen ihren Job mit insgesamt vier ihrer fünf Sinne.

Hören: Mit dem Klanghammer klopfen die Wagenmeister auf die Räder und erkennen am Geräusch, ob es Risse hat.
Sehen: Sind Metallablagerungen an den Rädern zu erkennen, ist der Zug überbremst worden. Die Ablagerungen müssen entfernt werden.
Riechen: Nehmen die Wagenmeisterinnen und –meister einen Geruch von verbranntem Gummi oder evtl. austretender Ladung wahr, müssen sie nach der Ursache forschen.
Tasten: Nicht alle Schäden sind mit dem bloßen Auge zu erkennen. Mit den Händen lassen sich, z. B. lose Schrauben aber schnell ertasten.

Ebenso wichtig wie das Erkennen von Mängeln und Schäden ist aber auch die Entscheidung, welche die Wagenmeister ihn ihrem Job treffen müssen: Kann ein Zug noch bis zum Zielbahnhof weiterfahren oder müssen die fraglichen Waggons sofort von der Schiene genommen werden?

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Wagenmeister/in
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Abschluss

Gewerblich-technische berufliche Erstausbildung

Ausbildungsdauer

Perspektiven

Mitarbeiter im mobilen Schadwagenteam
Qualifizierung zum Ausbilder
Weiterbildung zum Meister für Bahnverkehr
Weiterbildung zum Techniker

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Arbeitsort

in der Werkstatt
an den Zügen

Die Wagenmeister und ihr Job

Üblicherweise haben Wagenmeisterinnen und –meister eine Ausbildung im gewerblichen oder technischen Bereich (z. B. als Metallbauer/in) absolviert, bevor sie eine mehrmonatige Weiterbildung oder Umschulung für ihre neue Tätigkeit antreten. Mittlerweile wird die Ausbildung von verschiedenen, privaten Bildungsträgern angeboten und kann direkt nach Beendigung der Schule begonnen werden. Wagenmeisterinnen und Wagenmeister müssen wie alle, die einen verantwortungsvollen Posten innerhalb der Schienenbranche besetzten, ein Gutachten zur psychologischen Eignung vorlegen.
In den meisten Fällen differenziert bereits der Aufbau und Fokus der Weiterbildung, in welchem Bereich die Wagenmeister später einen Job antreten werden und ob sie eher mit Güter- oder Personenzügen arbeiten.
In jedem Fall tragen sie die Verantwortung für die Betriebssicherheit und Prüfung der Verkehrstauglichkeit von Zügen durch die Kontrolle der Räder, Bremsen und Kupplungen sowie der Ladung. Bei Personenzügen wird zusätzlich noch die Technik innerhalb der Waggons überprüft. Alle Daten werden von den Wagenmeisterinnen und -meistern digital erfasst und sind deutschlandweit abrufbar.

Zu der Überprüfung eines Zugs gehört in der Regel:

  • Durchführung von Sichtkontrollen
  • Messungen und technischen Untersuchungen
  • Bremsproben
  • Mängelfeststellung und Mängelbeseitigung (z. B. Schrauben festziehen oder Lampen tauschen)
  • Aufgaben in der Zugvorbereitung (Rangier- und Kuppelarbeiten)
  • Sicherheit der Ladung überprüfen und Gefahrenaufkleber kontrollieren
  • Fristen überprüfen
  • Dokumentation der Befundnisse und Ausstellung der Papiere

Wagenmeister benötigen im Job ein großes Interesse am gesamten Eisenbahnsystem sowie die Bereitschaft, sich kontinuierlich weiterzubilden. Körperliche Fitness sowie eine gute Konstitution sind ebenfalls unerlässlich, die Züge bei Wind und Wetter im Freien überprüft werden. Zusätzlich kann von den Wagenmeistern, je nach Stellenangebot, eine Bereitschaft zur Arbeit im Schichtdienst und am Wochenende wie auch zu dienstlichen Reisen erwartet werden. Ein umfassendes technisches Verständnis sowie eine gute Intuition sind ebenfalls wichtig.

Wagenmeister: Stellenangebote und Arbeitsorte

Wagenmeister finden Jobs vorrangig bei verschiedenen Eisenbahnverkehrsunternehmen, Speditionen und Unternehmen, die für den Transport ihrer Güter ihren eigenen Eisenbahnen besitzen (z. B. die Kohleindustrie). Eingesetzt werden sie normalerweise auf Rangierbahnhöfen und in Frachtumschlagsbetrieben.

Karriere für Wagenmeister

Zur Ausübung ihres Berufes benötigen die Wagenmeister und –meisterinnen diverse Zusatzausbildungen, um sich für die Arbeit mit den verschiedenen Wagentypen und ihrer Ladung, z. B. Gefahrengut, zu qualifizieren. Gleichzeitig müssen sie immer auf dem neuesten Stand sein, wenn Waggons mit neuen Rädern, Bremssystemen oder Kupplungen auf die Schienen kommen und in ihrer Funktionstüchtigkeit überprüft werden müssen. Darüber hinaus benötigen die Wagenmeister für den Job mit Personenwaggons eine zusätzliche Ausbildung zum Zugtechniker.

Neben den klassischen Arbeitsplätzen finden Wagenmeister auch Jobs im einem mobilen Schadwagenteam, um direkt vor Ort beschädigte Waggons zu überprüfen, den Schaden festzustellen und das weitere Vorgehen festzulegen.

Die Berufsbezeichnung „Wagenmeister“ ist etwas irreführend, denn rechtlich gesehen hat diese Berufsgruppe keinen Meisterstatus. Bei Interesse steht ihnen hingegen eine weiterführende Qualifizierung zum Ausbilder bzw. zur Ausbilderin zur Verfügung oder, wenn sie tiefer in die Materie einsteigen und ihr Fachwissen erweitern möchten, die Weiterbildung zum Techniker.

Bei einem Interesse an den beruflichen Vorteilen, die ein Meistertitel mit sich bringt, ist eine Fortbildung zum Meister für Bahnverkehr ebenfalls eine gute Option der beruflichen Weiterentwicklung für Wagenmeister, um sich Jobs einer höheren Gehaltsklasse zu qualifizieren oder sich selbstständig zu machen.

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