Ein Jahr „Fokus Bahn NRW“: So sieht der aktuelle Projektstand aus

Vor einem Jahr, am 01. Januar 2019, fiel in Nordrhein-Westfalen der Startschuss für das Projekt „Fokus Bahn NRW“, einer Gemeinschaftsinitiative des Landes-Verkehrsministeriums und regionalen Verkehrsunternehmen wie der DB Bahn Regio West, Abellio Rail NRW und den Transdev-Töchtern NordWestBahn und TransRegio. Zu den Zielen gehören unter anderem die Personalgewinnung und -qualifizierung, um so den Fachkräftemangel in der Branche anzugehen. Gerade im bevölkerungsreichsten Bundesland ist der Personalbedarf hoch: Laut „Fokus Bahn NRW“ sollen in den nächsten zwei Jahren rund 500 Lokführer und bis zu 500 Zugbegleiter in NRW fehlen. Außerdem wird der Rhein-Ruhr-Express (RRX), der die Ruhrgebietsmetropolen miteinander verknüpft, mit immer mehr Linien ausgebaut – auch hierfür werden natürlich zahlreiche Mitarbeiter*innen benötigt.

Wie sieht es ein Jahr nach Projektstart aus? Welche Meilensteine konnten bereits erreicht werden?

Vereinheitlichte Ausbildung

Ein Teilprojekt von „Fokus Bahn NRW“ lautet „Fokus gemeinsame Qualifizierung“ und nimmt sich zum Ziel, die Ausbildungs- und Umschulungszahlen in den Verkehrsunternehmen zu erhöhen. Dafür soll es in Zukunft zum Beispiel auch eine gemeinsame Bildungsakademie für Lokführer geben. Tatsächlich wird Anfang dieses Jahres ein erster unternehmensübergreifender Ausbildungskurs als Pilotkurs angeboten, in dem die WestfalenBahn, Keolis Deutschland und National Express gemeinsam 15 bis 17 neue Auszubildende schulen werden.

Lokführerinnen gesucht

Ein weiteres Anliegen ist es, die Diversität in der Branche zu erhöhen und auch Frauen für den Triebfahrzeugführer-Beruf zu gewinnen. Im September fand deshalb der Zielgruppenworkshop „Frauen im Führerstand“ statt, bei dem die Frage, warum sich Frauen nicht als Lokführer*innen bewerben, im Mittelpunkt stand. Als die beiden zentralen Gründe wurden zum einen mangelnde Informationen, zum anderen das Image als reiner Männerberuf identifiziert.

Bei der Umfrage mitmachen und gewinnen!

Um einen Pilot-Ausbildungskurs, der sich speziell an Frauen richtet, vorzubereiten, findet derzeit eine Umfrage statt – und hier sind jetzt alle Frauen gefragt! Welche Aspekte sind Ihnen bei der Berufswahl wichtig? Wie kann der Lokführer-Beruf für Sie attraktiver werden? Mitmachen lohnt sich, denn unter allen Teilnehmerinnen werden 10 Plätze für einen Lokführerinnen-Schnuppertag Ende Februar verlost.

Machen Sie jetzt mit!  

Berufliche Chancen für Flüchtlinge

Eine weitere Zielgruppe für den Lokführer-Beruf sind Menschen aus dem Ausland, die nach Deutschland geflüchtet sind. Viele von ihnen sind hochqualifiziert, vor allem aber motiviert, einen neuen Beruf zu erlernen. Im Dezember fand ein Info-Tag für arabischsprachige Flüchtlinge statt, bei dem Interessenten über den Beruf des Triebfahrzeugführers informiert wurden. Hürden in der Ausbildung sind unter anderem die Vermittlung von Fachbegriffen, „die selbst für Muttersprachler schwierig sind“, wie Claudia Strobel, Projektverantwortliche beim Bildungsträger SBH West betont. Die SBH West will einen Kurs nur für Quereinsteiger schaffen, die aus Syrien oder anderen arabischsprachigen Ländern kommen. Eine Win-Win-Situation für beide Seiten: attraktive berufliche Aussichten für Flüchtlinge, die in Deutschland wieder von vorne anfangen müssen und endlich mehr Personal für die Verkehrsunternehmen.

Mehr über „Fokus Bahn NRW“ erfahren

Diese beiden Meilensteine stehen nur beispielhaft für das, was bereits erreicht wurde. Wer mehr über das Projekt erfahren möchte, kann auf der offiziellen Website von „Fokus Bahn NRW“ mehr zu den Zielen, Plänen und den schon umgesetzten Maßnahmen lesen.

Quellen:

Landesprogramm Fokus Bahn NRW

Westfälische Nachrichten – Flüchtlinge sollen Lokführermangel mindern

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